MBST® Behandlung – mehr als Arthrose:
Kurz & kompakt: Die wichtigsten Fakten
Die MBST®-Kernspinresonanztherapie wird nicht nur bei Knie- und Hüftarthrose angewendet. Sie kann auch bei Sportverletzungen, Bandscheibenproblemen, Osteoporose, Knochenmarködemen, verzögerter Knochenheilung, chronischen Wunden und in der Rehabilitation nach Operationen sinnvoll sein.
Sie ist schmerzfrei, nicht-invasiv und gilt als risikoarm. MBST® wird dann empfohlen, wenn konservative Methoden nicht ausreichen, eine Operation jedoch noch nicht notwendig ist¹.
Einleitung
Die MBST®-Kernspinresonanztherapie gehört zu den innovativen Verfahren in der modernen Orthopädie. Ursprünglich entwickelt, um den Stoffwechsel in Knorpelzellen zu stimulieren, hat sich ihr Einsatzgebiet inzwischen stark erweitert. Anders als bei einer klassischen Magnetresonanztomografie (MRT) wird hier nicht diagnostisch gearbeitet, sondern therapeutisch: Die speziellen elektromagnetischen Impulse sollen gezielt körpereigene Regenerationsprozesse anregen².
In der Praxis bedeutet das: Patientinnen und Patienten liegen während einer MBST®-Sitzung entspannt in einem Behandlungsgerät, ähnlich wie bei einer MRT, aber ohne enge Röhre, Strahlenbelastung oder Lärm. Die Behandlung ist nicht-invasiv, das heißt, es werden keine Nadeln gesetzt und keine Medikamente verabreicht. Das macht MBST® für viele Menschen interessant, die sich eine sanfte, risikoarme Alternative zu invasiven Methoden wünschen¹.
Besonders relevant ist die MBST® in einem Bereich, den viele Patientinnen und Patienten als therapeutische Lücke empfinden: Wenn Physiotherapie, Schmerzmittel oder Spritzen keine ausreichende Wirkung zeigen, eine Operation jedoch noch nicht notwendig oder nicht erwünscht ist. Genau in dieser Phase bietet MBST® die Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern und Heilungsprozesse zu unterstützen³.
Im Zentrum für Mobilität (ZFM) in Wien erleben wir regelmäßig, dass Patientinnen und Patienten die MBST® zunächst nur als „Arthrose-Therapie“ kennen. Doch gerade bei Sportverletzungen, Bandscheibenschäden, Osteoporose, verzögerter Knochenheilung, Knochenmarködemen oder chronischen Wunden kann die Methode sinnvoll sein. Insbesondere nach Verletzungen mit Schwellungen, Ödemen im Weichteilgewebe und Knochen (Marködeme) zur Therapie tieferliegender Gewebeschichten. Es geht also um viel mehr als nur Gelenke – es geht um eine vielseitige, patientenfreundliche Option, die an den Ursachen der Beschwerden ansetzt und die Lebensqualität verbessern kann.
Die breite Anwendbarkeit von MBST®
Die besondere Stärke der MBST® liegt in ihrer Vielseitigkeit. Viele Erkrankungen und Beschwerden, die mit Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder verzögerter Heilung verbunden sind, können von der Therapie profitieren. Warum? Weil durch Überlagerung des Magnetfeldes spezifische Gewebearten isoliert behandelt werden können (z. B. Bänderstrukturen und Knochenzellen …).
Arthrosen & Knorpelschäden
Arthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen weltweit. MBST® wird hier genutzt, um die Stoffwechselaktivität im Knorpel anzuregen und so die Gelenkfunktion zu unterstützen³.
Typische Anwendungsbereiche:
- Kniearthrose
- Hüftarthrose
- Schulterarthrose
- Sprunggelenksarthrose
- Posttraumatische Knorpelschäden (z. B. nach Sportunfällen)
Sportverletzungen (Muskeln, Bänder, Sehnen)
Akute oder chronische Sportverletzungen sind ein weiteres Feld, in dem MBST® sinnvoll sein kann. Studien weisen darauf hin, dass eine beschleunigte Heilung von Weichteilstrukturen möglich ist⁴.
Beispiele:
- Muskelfaserrisse
- Sehnenreizungen (z. B. Achillessehne)
- Bänderverletzungen (z. B. Sprunggelenk)
Gerade Sportlerinnen und Sportler profitieren von einer nicht-invasiven Therapieoption, die den Heilungsprozess unterstützt, ohne zusätzliche Belastung durch Operationen oder Medikamente.
Rückenprobleme & Bandscheiben
Bandscheibenschäden gehören zu den häufigsten Ursachen chronischer Rückenschmerzen. MBST® wird genutzt, um den Stoffwechsel im Bandscheibengewebe zu aktivieren⁵.
Indikationen:
- Degenerative Bandscheibenschäden
- Chronische Rückenschmerzen ohne klare OP-Indikation
- Postoperative Nachsorge nach Bandscheiben-OP
Osteoporose & Knochenstoffwechselstörungen
Bei Osteoporose kommt es zu einer verminderten Knochendichte und erhöhter Frakturgefahr. MBST® kann helfen, den Knochenstoffwechsel zu stimulieren⁶.
Besonders sinnvoll bei:
- Frühstadien der Osteoporose
- Patientinnen nach den Wechseljahren
Patienten mit erhöhtem Frakturrisiko
Heilungsverzögerungen bei Brüchen & Knochenmarködemen
Ein Knochenmarködem ist oft extrem schmerzhaft und kann zu erheblichen Bewegungseinschränkungen führen. Hier berichten viele Patientinnen und Patienten von guten Ergebnissen mit MBST®⁷.
Anwendungsgebiete:
- Verzögerte Frakturheilung
- Knochenmarködeme (häufig in Hüfte oder Knie)
- Posttraumatische Knochenheilungsstörungen
Unterstützung nach Operationen
Nach orthopädischen Eingriffen steht häufig die Frage im Raum, wie Heilung und Regeneration bestmöglich unterstützt werden können. MBST® kann hier als Teil der Nachsorge eingesetzt werden⁸.
Typische Situationen:
- Nach Gelenkersatzoperationen
- Nach Bandscheiben-OP
- Nach Kreuzband- oder Meniskus-Operationen
Chronische Wundheilung
Chronische Wunden belasten die Lebensqualität enorm. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass MBST® durch Stimulierung zellulärer Prozesse eine Heilungsunterstützung bieten kann⁹.
Nervenreizungen & -schäden
Auch im Bereich der Nervenregeneration wird MBST® zunehmend erforscht. Zwar sind die Studien hier noch begrenzt, jedoch gibt es Hinweise auf positive Effekte bei Nervenentzündungen¹⁰.
Indikationen – Beschwerden – Wann MBST® sinnvoll sein kann
Wann Patienten sich für MBST® entscheiden sollten
Die Entscheidung für eine MBST®-Behandlung sollte immer gemeinsam mit einer erfahrenen Ärztin oder einem erfahrenen Arzt getroffen werden. Es gibt bestimmte Indikationen und Kriterien, die für oder gegen den Einsatz sprechen.
Typische Situationen, in denen MBST® sinnvoll sein kann:
- Wenn konservative Methoden ausgeschöpft sind: Viele Patientinnen und Patienten haben bereits Physiotherapie, Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente oder Spritzen ausprobiert – aber nur kurzfristige oder unzureichende Verbesserungen erzielt.
- Wenn eine Operation noch nicht notwendig ist: MBST® kann helfen, die Zeit bis zu einem möglichen chirurgischen Eingriff hinauszuzögern oder diesen im besten Fall zu vermeiden⁴.
- Wenn Heilungsprozesse ins Stocken geraten: Etwa bei verzögerter Frakturheilung, Knochenmarködemen oder chronischen Entzündungen, die den Alltag massiv beeinträchtigen.
- Wenn Begleiterkrankungen eine Operation erschweren: Nicht jede Patientin oder jeder Patient ist ein geeigneter Kandidat für einen operativen Eingriff. MBST® kann hier eine wertvolle Alternative darstellen.
Wenn Patienten Wert auf eine sanfte Behandlung legen: Besonders Menschen, die invasive Maßnahmen scheuen, finden in MBST® eine risikoarme und schmerzfreie Therapieoption.
- Ältere Menschen mit Arthrosen oder Osteoporose
- Sportlich aktive Menschen mit akuten oder chronischen Verletzungen
- Patientinnen nach den Wechseljahren mit erhöhtem Osteoporoserisiko
- Menschen mit chronischen Rückenschmerzen, bei denen keine OP-Indikation besteht
- Patienten nach Operationen, die ihre Heilung aktiv unterstützen möchten
Ärztliche Abklärung als Schlüssel
So vielseitig MBST® auch ist, nicht jeder Fall eignet sich automatisch. Vor einer Behandlung sollte immer eine umfassende Diagnose stehen: Bildgebung zumeist MRT, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere Tests. Nur so kann entschieden werden, ob MBST® den größten Nutzen bringt oder ob andere Verfahren geeigneter sind.
MBST® zwischen konservativer Therapie und Operation
In der orthopädischen Behandlung gibt es ein bekanntes Spannungsfeld: Wie lange helfen konservative Methoden, und ab wann wird eine Operation unvermeidlich?
Grenzen konservativer Methoden
Zu den klassischen konservativen Maßnahmen zählen:
- Physiotherapie
- Schmerz- und Entzündungsmedikamente
- Gelenkinfiltrationen (z. B. Kortison oder Hyaluronsäure)
- Bewegungstherapie und Gewichtsmanagement
Diese Methoden können Symptome lindern und den Verlauf verlangsamen. Doch viele Patientinnen und Patienten erleben nach Monaten oder Jahren eine abnehmende Wirkung. Manche haben auch Nebenwirkungen durch Medikamente oder möchten Injektionen vermeiden⁵.
MBST® als Schlüsseltherapie
Genau hier kommt MBST® ins Spiel: Sie füllt die Lücke zwischen den klassischen Methoden und einer Operation. Die Behandlung kann Beschwerden reduzieren, den Heilungsprozess anregen und die Beweglichkeit verbessern – ohne dass sofort ein chirurgischer Eingriff notwendig wird⁶.
Möglichkeiten & Grenzen
- Möglichkeit: MBST® kann die Lebensqualität verbessern, Schmerzen lindern und Heilungsprozesse beschleunigen.
- Grenze: Bei schweren strukturellen Schäden (z. B. vollständiger Knorpelverlust oder fortgeschrittene Instabilität) ist eine Operation oft unvermeidlich.
Patienten, die MBST® nutzen, können im besten Fall Zeit gewinnen – Zeit ohne starke Schmerzen, Zeit ohne invasive Eingriffe, Zeit für mehr Lebensqualität.
Sicherheit und Nebenwirkungen – Faktencheck
Ein häufiges Thema in Gesprächen mit Patientinnen und Patienten ist die Sicherheit. Gerade weil MBST® eine moderne Technologie ist, gibt es viele Fragen und manchmal auch Unsicherheiten.
Schmerzfreiheit & Komfort
MBST® ist vollständig schmerzfrei. Während der Behandlung liegen Patientinnen und Patienten in einem offenen Gerät, das weder eng noch laut ist. Viele beschreiben die Sitzungen sogar als entspannend, da keine Nadeln, Schnitte oder Medikamente eingesetzt werden⁷.
Nicht-invasive Methode
Ein zentraler Vorteil ist die Nicht-Invasivität:
- Kein operativer Eingriff
- Keine Narkose
- Keine Strahlenbelastung (anders als z. B. bei Röntgenuntersuchungen)
Das Risiko für Nebenwirkungen ist dadurch extrem gering.
Bekannte Risiken und Kontraindikationen
Obwohl MBST® als risikoarm gilt, gibt es bestimmte Kontraindikationen:
- Träger von Herzschrittmachern oder implantierten Defibrillatoren
- Schwangere (vorsorglicher Ausschluss)
- Patientinnen und Patienten mit Metallimplantaten im direkten Behandlungsbereich
Außerhalb dieser Kontraindikationen wird MBST® von den meisten Menschen problemlos vertragen.
Patientenaufklärung als Vertrauensbasis
Wichtig ist, Patientinnen und Patienten ehrlich zu informieren: MBST® ist sehr sicher, aber nicht völlig ohne Einschränkungen. Transparenz stärkt das Vertrauen und sorgt dafür, dass die Behandlung bewusst gewählt wird.
Fazit
Die MBST®-Kernspinresonanztherapie ist längst mehr als eine reine Arthrosebehandlung. Ihre Anwendungsbreite – von Sportverletzungen über Osteoporose bis hin zu Knochenmarködemen oder chronischen Wundheilungen – macht sie zu einer vielseitigen Option für Patientinnen und Patienten in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen.
Besonders wertvoll ist die Rolle der MBST® als Schlüsseltherapie: Sie kommt dann ins Spiel, wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind, eine Operation aber noch nicht notwendig ist. Damit bietet sie vielen Menschen die Möglichkeit, Beschwerden zu lindern, Heilungsprozesse zu unterstützen und die Lebensqualität zu verbessern – ohne invasiven Eingriff.
Quellenverzeichnis
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