Wirbelgleiten: Schmerzmanagement und Therapie

Wirbelgleiten - Schmerzmanagement und Therapie - Bild einer Frau mit Schmerzen im unteren Lendenwirbelbereich
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin

Spondylolisthesis - Entstehung, Diagnose & Behandlung

Spondylolisthesis, das gefürchtete Wirbelgleiten, entsteht aus einer Instabilität der Wirbelsäule oder einer Verletzung. Im Extremfall rutscht ein Wirbel auf den darunterliegenden Wirbelknochen, zumeist in der unteren Wirbelsäule. Das kann Druck auf einen Nerv ausüben, was zu heftigen Schmerzen und Lähmungen im unteren Rücken oder in den Beinen führt.

Hier gilt: Ein rascher Besuch bei einem Spezialisten kann Schlimmeres verhindern!

Das Wort Spondylolisthesis kommt von den griechischen Wörtern „Spondylos“, was Wirbelsäule oder Wirbel bedeutet, und „Listhesis“, was Rutschen, Gleiten oder Bewegung bedeutet. Somit ist die medizinische Bezeichnung Programm. Häufig ist eine Spondylolyse (Ermüdungsfraktur) Ursache des Wirbelgleitens oder der Wirbel kann aufgrund einer degenerativen Erkrankung verrutschen.

Egal, was die Ursache ist – wenn der Wirbel verrutscht, übt er Druck auf den darunterliegenden Knochen und sehr häufig auf die Nervenbahnen aus. Die meisten Fälle von Spondylolisthesis verursachen allerdings keine Symptome.

Eine Spondylolisthesis wird, je nachdem, wie schwerwiegend sie ist, in vier Stufen eingeteilt. Der Grad der Verschiebung des oberen Wirbelkörpers gegenüber dem unteren Wirbelkörper wird in der Regel nach einer seitlichen Röntgenaufnahme gemessen und dann auf einer Skala von 1 bis 4 bewertet.

Grad 1
Grad 2
Grad 3
Grad 4
25 % oder weniger des Wirbelkörpers sind nach vorne verschoben
26 %–50 %
51 %–75 %
76 %–100 %

Welche Arten von Wirbelgleiten gibt es?

Die häufigsten Arten der Spondylolisthesis:

Weniger häufige Arten von Spondylolisthesis:

Mann stehend am Küchentisch hält sich den unteren Rückenbereich auf Grund einem Wirbelgleitens

Wie häufig ist eine Spondylolisthesis?

Spondylolisthesis und Spondylolyse treten bei etwa 4 % bis 6 % der erwachsenen Bevölkerung auf. Es ist möglich, jahrelang mit Spondylolisthesis zu leben und es nicht zu wissen, da viele Patientinnen und Patienten keine bzw. kaum Symptome haben.

Die degenerative Spondylolisthesis (aufgrund von Alterung und Abnutzung der Wirbelsäule) tritt häufiger nach dem 50. Lebensjahr auf und ist bei Frauen häufiger als bei Männern.

Wenn bei Teenagern Rückenschmerzen auftreten, ist die isthmische Spondylolisthesis (in der Regel durch Spondylolyse/eine Fraktur verursacht) eine der häufigsten Ursachen.

Wer ist für Spondylolisthesis gefährdet?

Wirbelgleiten entwickelt sich häufig aufgrund von:

Leichtathletik: Junge Sportler (Kinder und Jugendliche), die Sportarten ausüben, bei denen die Lendenwirbelsäule gedehnt wird, wie Gymnastik oder Fußball, entwickeln häufiger eine Spondylolisthesis. Die Verschiebung der Wirbel tritt tendenziell während der Wachstumsschübe von Kindern auf. Die Spondylolisthesis ist eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen bei Jugendlichen.

Genetik: Manche Menschen mit isthmischer Spondylolisthesis werden mit einem dünneren Abschnitt des Wirbels geboren, der als Pars interarticularis bezeichnet wird. Dieses dünne Knochenstück verbindet die Facettengelenke, die die Wirbel direkt oben und unten verbinden, zu einer Arbeitseinheit, die eine Bewegung der Wirbelsäule ermöglicht. Diese dünneren Bereiche der Wirbel neigen eher zu Belastungsbrüchen und Verrutschen. Auch die degenerative Spondylolisthesis hat eine große genetische Komponente.

Alter: Mit zunehmendem Alter können sich degenerative Wirbelsäulenerkrankungen entwickeln, bei denen der Verschleiß der Wirbelsäule die Wirbel schwächt. Ältere Erwachsene ab dem 50. Lebensjahr mit degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen haben ein höheres Risiko für eine Spondylolisthesis.

Sportler hält sich den Lendenwirbelbereich vor Schmerzen auf Grund eines Wirbelgleitens

Symptome des Wirbelgleitens

Bei Grad 1 und 2 einer Spondylolisthesis treten oft keine oder nur leichte Symptome auf. Wenn Sie Symptome haben, ist häufig also schon ein schwereres Krankheitsgeschehen die Ursache.

Da die Nervenbahnen miteinbezogen sind, zögern Sie bei Symptomen also bitte keine Sekunde und suchen Sie einen spezialisierten Arzt auf.

Die häufigsten Symptome sind:

Diagnose und Testverfahren

Ihr Arzt wird eine körperliche Untersuchung durchführen und Sie nach Ihren Symptomen fragen. Ein bildgebendes Verfahren wird die Diagnose bestätigen.

Dazu zählen:

Oft ist es nach einer Erstdiagnose ratsam, einen Spezialisten aufzusuchen, der im Zuge einer Zweitmeinung die Diagnose vertieft und eine exakt auf das Krankheitsbild zugeschnittene Behandlung einleitet. Dabei sind zwei Faktoren ausschlaggebend: Der Faktor Zeit – bei einer Wirbelsäulenverletzung muss rasch reagiert werden – und der Faktor Qualität. In einer Spezialklinik bzw. Praxisgemeinschaft wie dem ZFM – Zentrum für Mobilität sind höchste Expertise und sämtliche technische Möglichkeiten der modernen Medizin an einem Ort vereint. Das spart Zeit und führt zu optimalen Behandlungsergebnissen.

Management und Behandlung des Wirbelgleitens

Dr. Lang betrachtet ein Röntgenbild einer Hüfte, vor ihm sitzt eine Patientin die sich die rechte Hüfte vor Schmerzen hält

Die Behandlung hängt vom Grad der Verschiebung, Ihren Symptomen, Ihrem Alter und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Im ZFM nehmen wir uns viel Zeit, um mit Ihnen alle Behandlungsmöglichkeiten in Ruhe zu besprechen und die perfekt auf Sie und Ihren Alltag abgestimmte Therapie zu finden. Das Behandlungsprogramm kann in mehreren Schritten erfolgen und soll auf der Basis eines optimalen Schmerzmanagements auch Faktoren wie Ihre Lebensgewohnheiten und Ihre sportlichen wie beruflichen Ziele mit einbeziehen. Nach dem eingehenden Patientengespräch erstellen wir für Sie einen Behandlungsplan, der für Sie auch ideal umsetzbar ist.

Das ZFM – Zentrum für Mobilität ist auf die sogenannte multimodale Schmerztherapie spezialisiert. Hierbei arbeitet ein multidisziplinäres Team zusammen, um durch die gezielte Kombination unterschiedlicher Therapieformen eine ganzheitliche, langfristige Lösung für Ihr individuelles Schmerzgeschehen maßzuschneidern.

Nichtinvasive Therapie des Wirbelgleitens

Erholung: Machen Sie eine Pause von anstrengenden Aktivitäten und Sport, bei denen die Wirbelsäule stark belastet wird. Dies bedeutet nicht, dass Sie sich nicht bewegen dürfen. Moderate, schonende Aktivitäten wie Tai-Chi, Wirbelsäulengymnastik oder Schwimmen erhöhen die Durchblutung der Wirbelsäule und können Ihre Genesung beschleunigen.

Frau schwimmt in einem Schwimmbecken

Medikamentöses Schmerzmanagement: Eine Entzündung der Wirbelsäule und der umgebenden Weichteile kann Reizungen und Schwellungen verursachen, die sich während der Bewegung verschlimmern, daher kann Ihr Arzt rezeptfreie nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente empfehlen. Diese Medikamente reduzieren Entzündungen, lindern Schmerzen und helfen Ihnen, aktiv zu bleiben. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAID) wie Ibuprofen (Motrin®) oder Naproxen (Aleve®) können Linderung bringen. Nehmen Sie bitte Abstand von Selbstmedikation! Nicht jedes Medikament ist für jede Patientin und jeden Patienten gleich gut geeignet.

Injektionen/Infiltration: Sie erhalten eine Injektion mit speziell auf Sie abgestimmten steroidalen Antirheumatika direkt in den betroffenen Bereich. Kortikosteroide können eine langfristige Schmerzlinderung bewirken und werden direkt in den Epiduralraum, den flüssigkeitsgefüllten Bereich um das Rückenmark, injiziert. Diese Injektionen werden im ZFM – Zentrum für Mobilität unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Das Verfahren dauert in der Regel weniger als 30 Minuten. Die Schmerzlinderung durch injizierte Steroide kann von einer Woche bis zu einem Jahr oder sogar noch länger dauern. Sie sind jedoch nicht für jede Patientin und jeden Patienten gleich gut geeignet.

Steroid-Injektionen sind am effektivsten, wenn sie kurz vor Beginn der Physiotherapie angewendet werden, sodass Sie kraftaufbauende Übungen im Bauch- und Rückenbereich mit weniger Beschwerden durchführen können.

Dr. Vaclav Cink behandelt eine Patientin mit einer Spritz im Wirbelsäulenbereich

Physiotherapie: Unser Team von Physiotherapeutinnen ist speziell darin geschult, Wirbelsäulenerkrankungen wie das Wirbelgleiten gezielt zu therapieren. Unsere Physiotherapeutinnen erstellen für Sie anhand Ihrer individuellen Diagnose ein Trainingsprogramm, das für Ihre Symptomatik geeignet ist. Dazu gehören z. B. Übungen zur Stärkung von Bauch und Rücken, die Sie auch zu Hause wiederholen können. Eine starke Rumpfmuskulatur reduziert die Belastung der Wirbelsäule und schafft eine innere „Stütze“, die Ihre Wirbelsäule stabilisiert. So werden die Schmerzen bei leichten Formen des Wirbelgleitens oft schon nach wenigen Wochen deutlich reduziert.

Die Physiotherapie umfasst sowohl aktive als auch passive Behandlungen. Ihr Physiotherapieprogramm kann mit passiven Behandlungen beginnen, um Ihrem Körper die Möglichkeit einer langsamen Regeneration, insbesondere von Frakturen, zu verschaffen.

Wirbelsaeulenrehabilitationsbehandlung von Marion Kastl im Zentrum für Mobilität in Wien - Frau liegt mit angewinkelten Beinen auf einem Gymnastikball und wird an der Wade behandelt

Passive Behandlungen umfassen:

Orthesen/Stützen: Eine Stütze kann helfen, Ihre Wirbelsäule zu stabilisieren. Die Orthese begrenzt die Bewegung, damit (Mikro-)Frakturen heilen können. Eine Rückenorthese wird jedoch nur kurzfristig und in bestimmten Fällen empfohlen, um die Bewegung der Wirbelsäule einzuschränken und Überdehnung zu vermeiden. Eine langfristige Anwendung einer Orthese ist nicht anzuraten, da sie zu Muskelschwund führen und sich somit das Risiko von Symptomen beim Entfernen der Orthese wieder erhöhen kann.

Durch unsere Zusammenarbeit mit der Firma Bständig, dem Spezialisten auf dem Gebiet der Heilmittel und Behelfe, können wir unseren Patientinnen und Patienten eine fachmännische und maßgenaue Anpassung von Miedern und Stützbandagen direkt im ZFM anbieten. So stellen wir sicher, dass Sie ohne mühsame gesonderte Wege genau die professionelle Orthese erhalten, die Sie benötigen.

Operative Korrektur des Wirbelgleitens

Eine chirurgische Korrektur des fehlplatzierten Wirbels kann notwendig werden, wenn der Knochen so stark aus seiner Position verschoben ist, dass Ihre Wirbelsäule nicht mehr auf nicht invasive Therapien anspricht. Diese auch als Wirbelsäulenfusion bezeichnete Operation ist auch erforderlich, wenn die Knochen Ihrer Wirbelsäule auf Ihre Nerven drücken und dadurch eventuell bleibende Schäden verursachen könnten.

Im ZFM steht Ihnen ein Team von Spezialisten zur Verfügung, die auf die Therapie einer hochgradigen Spondylolisthesis spezialisiert sind. Ich selbst habe langjährige Erfahrung in der chirurgischen Korrektur des Wirbelgleitens und werde Sie über alle Möglichkeiten und Risiken einer solchen Operation gerne aufklären. Nach der Operation dauert es vier bis acht Monate, bis die Knochen vollständig miteinander verwachsen sind. Die Erfolgsquote der Wirbelsäulenfusion ist sehr hoch.

3D Bild einer Schiene an der Wirbelsäule

Was passiert bei einer Spondylolisthesis-Operation?

Eine posteriore Fusion mit Pedikelschraubeninstrumentierung gilt allgemein als der Goldstandard der lumbalen Wirbelsäulenfusion. Operationsmethode basiert weitgehend auf der Erfahrung des Chirurgen sowie der klinischen Situation der Patientin bzw. des Patienten.

Die Operation einer Spondylolisthesis umfasst typischerweise eine Dekompression der Wirbelsäule mit oder ohne Fusion. Bei einer Dekompressionsoperation werden Knochen- und Bandscheibenfragmente vom Wirbelkörper entfernt. Dieses Verfahren gibt den Nerven Platz im Wirbelkanal und lindert somit die Schmerzen.

Bei einer Fusionsoperation werden die beiden betroffenen Wirbel miteinander fest verbunden (verschmolzen). Während der Heilung formen sie sich zu einem Knochen, wodurch die Bewegung zwischen den beiden Wirbeln verhindert wird. Als Folge der Operation kommt es zu einer leicht eingeschränkten Flexibilität der Wirbelsäule, die jedoch im Alltag, mit entsprechender Rehabilitation, kaum bis keinerlei Einschränkung bedeutet.

Kommt die Spondylolisthesis wieder?

Wir verfolgen im ZFM keine punktuelle, sondern eine mehrstufige Therapie des Wirbelgleitens, da dieser Erkrankung eine grundlegende Disposition der Patientin bzw. des Patienten zugrunde liegt. Daher ist es notwendig, auch nach einer Operation die Kräftigung und Stabilisierung der Wirbelsäule weiter zu fördern, um einer Spondylolisthesis an einem anderen Wirbel vorzubeugen.

Gemeinsam ergreifen wir in Ihrem Behandlungsplan alle Maßnahmen, um Ihr Risiko einer erneuten Spondylolisthesis zu verringern:

Ausblick – Prognose bei Wirbelgleiten

"Die chirurgische Korrektur der Spondylolisthesis hat eine hohe Erfolgsquote. Patientinnen und Patienten, die sich einer Spondylolisthesis-Operation unterziehen, kehren oft innerhalb weniger Monate nach der Operation zu einem aktiven Leben zurück. Voraussetzung dafür ist eine gezielte und effektive Rehabilitation nach der Operation, um Ihre volle Bewegungsfähigkeit wiederzuerlangen und Rückfällen vorzubeugen.
Mein Appell an Sie: Bitte warten Sie bei Schmerzen und anderen auffälligen Einschränkungen Ihrer Beweglichkeit im Rücken nicht zu und therapieren Sie sich nicht selbst mit rezeptfreien Schmerzmitteln. Ein verschobener Wirbel kann bleibende Schäden an den Nerven und am Rückenmark verursachen. Vereinbaren Sie so rasch wie möglich einen Termin mit mir im ZFM – Zentrum für Mobilität, und werden Sie wieder fit und schmerzfrei! "
Portrait von Dr. Vaclav Cink Facharzt für Orthopädie - Unfall- & Neurochirurgie im ZFM Wien
Dr. Vaclav Cink
Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie & Neurochirurgie
Portrait von Dr. Vaclav Cink Facharzt für Orthopädie - Unfall- & Neurochirurgie im ZFM Wien

Privattermin bei DR. VACLAV CINK

Sie wollen auch Ihr persönliches Beschwerdebild mit dem Wirbelsäulenspezialisten Dr. Vaclav Cink besprechen? Sichern Sie sich JETZT Ihren Privattermin!

Teile diesen Beitrag

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print