Was ist Stoßwellentherapie?

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Dr. Gründler erklärt alles, was Sie über Stoßwellentherapie wissen müssen

Die Stoßwellentherapie ist ein innovatives Verfahren in der modernen Medizin, das vor allem in der Orthopädie und Schmerztherapie Anwendung findet. Ursprünglich zur Zertrümmerung von Nierensteinen (Lithotripsie) entwickelt, hat sich das Verfahren in den letzten Jahrzehnten als wertvolle Therapieoption für eine Vielzahl von orthopädischen Erkrankungen etabliert.

1. Was sind Stoßwellen?

Stoßwellen sind Ultraschall- Wellen, die sich durch plötzliche Druck- und Energiewellen charakterisieren. Diese Wellen bewegen sich schneller als der Schall und haben eine starke mechanische Wirkung auf das Gewebe. Sie entstehen durch einen hochenergetischen Impuls, der gezielt in erkranktes Gewebe übertragen wird. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Hauptarten von Stoßwellen:

  1. Radiale Stoßwellen: Breiten sich vom Behandlungsgerät aus wie konzentrische Kreise aus und dringen weniger tief ins Gewebe ein.
  2. Fokussierte Stoßwellen: Haben einen präzisen Fokuspunkt, an dem die höchste Energie konzentriert ist, und können tiefer liegende Strukturen erreichen.
Frau wird mit Stoßwellen am Fuß behandelt

Ursprung und Entwicklung

Die Stoßwellentherapie wurde erstmals in den 1980er-Jahren klinisch eingesetzt, als die Behandlung von Nierensteinen durch Stoßwellen (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie, ESWL) entwickelt wurde¹. Bald darauf entdeckten Forscher, dass dieselben Wellen auch heilungsfördernde Effekte auf Muskeln, Sehnen und Knochen haben können. Diese Erkenntnisse legten den Grundstein für die orthopädische Stoßwellentherapie.

Physiologische Wirkmechanismen

Die Stoßwellentherapie wirkt auf verschiedene Weise heilungsfördernd:

Wissenschaftliche Grundlage

Die Wirkung der Stoßwellentherapie ist gut dokumentiert. Studien zeigen, dass die Behandlung bei zahlreichen Indikationen effektive Ergebnisse liefert. Insbesondere bei chronischen Erkrankungen wie dem Tennisellbogen oder der Kalkschulter konnten in klinischen Studien deutliche Verbesserungen festgestellt werden³.

Tennisspieler hält sich während des Spiels die rechte Schulter vor Schmerzen

2. Wie funktioniert die Stoßwellentherapie?

Die Stoßwellentherapie basiert auf der gezielten Anwendung mechanischer Druckwellen, die in das erkrankte Gewebe eingeleitet werden. Der Wirkmechanismus ist komplex und umfasst sowohl physikalische als auch biologische Effekte. Diese Effekte tragen dazu bei, Heilungsprozesse zu stimulieren und Schmerzen zu lindern.

Physikalische Grundlagen

Stoßwellen sind hochenergetische akustische Wellen, die durch einen plötzlichen Druckanstieg und eine kurze Entspannungsphase gekennzeichnet sind³. Sie bewegen sich schneller als der Schall und erzeugen durch ihren Energieimpuls eine mechanische Wirkung auf das Gewebe. Dabei werden zwei Haupttypen von Stoßwellen unterschieden:

  1. Radiale Stoßwellen:
    Breiten sich konzentrisch von der Quelle aus und wirken oberflächlich, mit einer Eindringtiefe von etwa 3–5 cm³. Sie eignen sich besonders für oberflächliche Strukturen wie Sehnenansätze.
  2. Fokussierte Stoßwellen:
    Diese Wellen sind präzise gebündelt und können tiefer liegende Strukturen erreichen (bis zu 12 cm)⁴. Sie werden häufig bei Erkrankungen eingesetzt, die tiefere Gewebe betreffen, wie z. B. bei Knochenstimulation oder tiefen Sehnenentzündungen.

Mechanische Effekte

Beim Auftreffen der Stoßwellen auf das Gewebe entstehen verschiedene Effekte:

  1. Mechanischer Druck:
    Die mechanische Kraft der Stoßwellen führt zu einer Deformation des Gewebes, die Zellreaktionen stimuliert und Heilungsprozesse fördert⁵.
  2. Kavitation:
    Durch schnelle Druckänderungen entstehen mikroskopisch kleine Gasblasen im Gewebe, die bei ihrem Zusammenfall Energie freisetzen. Dies trägt dazu bei, Zelltrümmer zu entfernen und Reparaturprozesse zu aktivieren⁶.
  3. Mikrozirkulation:
    Die Durchblutung in der behandelten Region wird gesteigert, wodurch die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen verbessert wird³.

Biologische Effekte

Die mechanischen Reize der Stoßwellen lösen eine Reihe biologischer Reaktionen aus:

  1. Freisetzung von Wachstumsfaktoren:
    Stoßwellen stimulieren die Ausschüttung von Substanzen wie VEGF (vascular endothelial growth factor), die die Neubildung von Blutgefäßen fördern⁷. Wachstumsfaktoren regen zudem die Zellregeneration und die Kollagenproduktion an, was besonders bei degenerativen Sehnenerkrankungen hilfreich ist³.
  2. Stimulation der Stammzellen:
    Studien zeigen, dass Stoßwellen Stammzellen aktivieren können, die an der Regeneration von Gewebe beteiligt sind⁷.
  3. Reduktion von Entzündungen:
    Die Behandlung hemmt entzündungsfördernde Moleküle wie Interleukine und reduziert so chronische Entzündungsprozesse⁸.
  4. Auflösung von Kalkablagerungen:
    Kalkablagerungen, wie sie bei der Kalkschulter auftreten, können durch die mechanische Energie der Stoßwellen fragmentiert werden, wodurch der Körper diese abbauen kann⁹.

Behandlungsparameter

Die Wirksamkeit der Stoßwellentherapie hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Unterschiede zwischen radialen und fokussierten Stoßwellen

Tabelle mit Stoßwellen Therapie Informationen

3. Anwendungsmöglichkeiten der Stoßwellentherapie

Die Stoßwellentherapie hat sich als vielseitige Behandlungsmethode etabliert, die bei zahlreichen orthopädischen Erkrankungen und Beschwerden Anwendung findet. Besonders bei chronischen Überlastungs- oder Entzündungserkrankungen zeigt sie vielversprechende Ergebnisse.

Bursitis trochanterica (Entzündung des Schleimbeutels an der Hüfte)

Die Bursitis trochanterica ist eine häufige Ursache für Hüftschmerzen. Dabei kommt es zu einer Entzündung des Schleimbeutels (Bursa), der zwischen den Sehnen des Trochanter major und dem Knochen liegt. Stoßwellen können bei dieser Erkrankung folgende Effekte haben:

  • Entzündungshemmung: Reduktion entzündlicher Moleküle wie Interleukine⁸.
  • Schmerzlinderung: Desensibilisierung von Schmerzrezeptoren durch mechanische Reize³.
  • Verbesserung der Beweglichkeit: Förderung der Heilung und Regeneration des Gewebes⁴.

Die Therapie wird in der Regel über mehrere Sitzungen durchgeführt, wobei die Intensität individuell angepasst wird.

Dr. Lang betrachtet ein Röntgenbild einer Hüfte, vor ihm sitzt eine Patientin die sich die rechte Hüfte vor Schmerzen hält

Ansatztendinose (degenerative Veränderungen an Sehnenansätzen)

Eine Ansatztendinose betrifft häufig die Sehnenansätze der Achillessehne oder anderer großer Sehnen und ist durch degenerative Prozesse gekennzeichnet. Stoßwellen wirken hier, indem sie:

  • Die Durchblutung steigern und so den Zellstoffwechsel fördern³.
  • Die Regeneration von Sehnenfasern stimulieren, indem Wachstumsfaktoren wie VEGF freigesetzt werden⁷.
  • Kalkablagerungen reduzieren, die bei degenerativen Veränderungen auftreten können⁹.

Tennisellbogen (laterale Epicondylitis)

Der Tennisellbogen ist eine Überlastungserkrankung der Sehnenansätze am äußeren Ellenbogen. Stoßwellen bieten eine effektive Möglichkeit zur Behandlung, da sie:

  • Schmerzen reduzieren durch die Hemmung nozizeptiver Schmerzfasern⁵.
  • Entzündungsprozesse abschwächen, wodurch die Heilung gefördert wird⁸.
  • Mikrotraumata reparieren, die durch wiederholte Belastung entstanden sind⁶.
Tennisspieler hält sich den rechten Ellenbogen vor Schmerzen

Patellaspitzensyndrom (Jumpers Knee)

Das Patellaspitzensyndrom ist eine Überlastung der Patellarsehne, die häufig bei Sportlern auftritt. Die Stoßwellentherapie hilft, indem sie:

  • Die Kollagenproduktion anregt, um die Stabilität der Sehne zu verbessern⁷.
  • Schmerzen reduziert, die durch chronische Entzündungen entstehen⁴.
  • Die Regeneration beschleunigt, indem die Mikrozirkulation verbessert wird⁵.

Kalkschulter (Tendinitis calcarea)

Die Kalkschulter ist eine häufige Indikation für die Stoßwellentherapie, da diese Verkalkungen in der Supraspinatussehne effektiv abbauen kann. Die Stoßwellen:

  • Fragmentieren die Verkalkungen, wodurch diese über den Stoffwechsel abtransportiert werden können⁹.
  • Lindern Schmerzen, die durch Druck der Verkalkung auf umliegendes Gewebe entstehen⁴.
  • Fördern die Geweberegeneration, um die Funktion der Sehne wiederherzustellen⁷.

Weitere Indikationen

Die Stoßwellentherapie wird auch erfolgreich bei folgenden Erkrankungen eingesetzt:

  • Plantarfasziitis (Schmerzen in der Fußsohle)
  • Pseudarthrose (Nicht-Heilung von Knochenbrüchen)⁶
  • Triggerpunkte in der Muskulatur (myofasziale Schmerzsyndrome)

4. Vorteile und Nachteile der Stoßwellentherapie

Die Stoßwellentherapie ist eine moderne Behandlungsmethode, die sich durch ihre Vielseitigkeit und Nicht-Invasivität auszeichnet. Sie bietet zahlreiche Vorteile, birgt jedoch auch einige Nachteile und Einschränkungen, die je nach Patient und Indikation berücksichtigt werden müssen. Ein ausgewogenes Verständnis dieser Aspekte ist entscheidend, um die Therapie richtig einzuschätzen.

Stoßwellentherapie Behandlungsgerät Display

Vorteile der Stoßwellentherapie

Nachteile der Stoßwellentherapie

Vorteile und Nachteile der Stoßwellentherapie im Überblick

Die Stoßwellentherapie bietet eine effektive und risikoarme Alternative zu invasiven Behandlungsmethoden und kann bei vielen orthopädischen Beschwerden zur Schmerzlinderung und Heilungsförderung beitragen. Dennoch ist es wichtig, die individuelle Eignung des Patienten und die Kosten der Behandlung zu berücksichtigen. Eine gründliche Beratung durch den behandelnden Arzt ist unverzichtbar, um die Vor- und Nachteile individuell abzuwägen.

5. Ablauf der Stoßwellentherapie

Die Stoßwellentherapie ist eine präzise und individuell angepasste Behandlung, die in der Regel aus mehreren Sitzungen besteht. Sie wird ambulant durchgeführt und ist nicht invasiv. Der Ablauf umfasst verschiedene Schritte, die sicherstellen, dass die Therapie optimal auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt wird.

Frau wird mit Stoßwellen am Rücken behandelt

Vor der Behandlung

  1. Anamnese und Diagnose:
    Der behandelnde Arzt führt eine gründliche Anamnese durch und identifiziert die genaue Schmerzursache. Häufig werden bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen eingesetzt, um die betroffene Region exakt zu lokalisieren⁴.
  2. Indikationsprüfung:
    Es wird geprüft, ob die Stoßwellentherapie die geeignete Behandlung ist. Kontraindikationen wie Blutgerinnungsstörungen, akute Infektionen oder Schwangerschaft müssen ausgeschlossen werden⁷.
  3. Aufklärung:
    Der Patient wird über den Ablauf, mögliche Nebenwirkungen und die zu erwartenden Ergebnisse informiert³.

Während der Behandlung

  1. Vorbereitung:
    Der Patient wird in eine angenehme Behandlungsposition gebracht, je nach der zu behandelnden Region. Ein Kontaktgel wird auf die Haut aufgetragen, um die Übertragung der Stoßwellen zu optimieren⁵.
  2. Applikation der Stoßwellen:
    Das Stoßwellengerät wird auf die betroffene Stelle ausgerichtet. Der Arzt stellt die Intensität und Frequenz der Stoßwellen ein, um die Behandlung individuell anzupassen⁴. Radiale Stoßwellen werden eher großflächig eingesetzt, während fokussierte Stoßwellen tiefere Strukturen gezielt behandeln³.
  3. Behandlungsdauer:
    Eine Sitzung dauert typischerweise maximal 10 Minuten, abhängig von der behandelten Region und dem Ausmaß der Beschwerden³.

Nach der Behandlung

  1. Direkte Wirkung:
    Die meisten Patienten können unmittelbar nach der Behandlung ihren Alltag fortsetzen. Es sind keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich⁵.
  2. Heilungsprozess:
    Die Wirkung der Stoßwellentherapie zeigt sich häufig erst nach einigen Tagen oder Wochen, da sie auf die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers abzielt³.
  3. Folgesitzungen:
    In der Regel sind 3–6 Sitzungen im Abstand von etwa 1 Woche erforderlich, um optimale Ergebnisse zu erzielen⁴.

6. Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Die Stoßwellentherapie gilt als eine sichere und gut verträgliche Methode, dennoch können, wie bei jeder medizinischen Behandlung, Nebenwirkungen auftreten. Ebenso gibt es bestimmte Kontraindikationen, die vor der Anwendung sorgfältig berücksichtigt werden müssen. Ein Verständnis der potenziellen Risiken und Ausschlusskriterien ist essenziell, um eine sichere und effektive Behandlung zu gewährleisten.

Frau wird mit Stoßwellen am Fuß behandelt

Nebenwirkungen der Stoßwellentherapie

Die Nebenwirkungen der Stoßwellentherapie sind in der Regel mild und vorübergehend. Sie entstehen durch die mechanischen Kräfte der Stoßwellen, die auf das Gewebe wirken, und die Reaktionen des Körpers auf die Behandlung. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:

  1. Rötungen und Schwellungen:
    Die mechanische Stimulation des Gewebes kann zu einer lokalen Entzündungsreaktion führen. Diese ist Teil des Heilungsprozesses und klingt meist innerhalb weniger Tage ab⁴.
  2. Leichte Schmerzen während oder nach der Behandlung:
    Insbesondere bei empfindlichem Gewebe oder bei hoher Intensität der Stoßwellen kann es zu einem vorübergehenden Schmerzempfinden kommen⁷.
  3. Hautreizungen oder kleine Hämatome:
    Die Energieübertragung kann Blutgefäße in der Haut reizen oder geringfügig beschädigen, was zu blauen Flecken führen kann⁸.
  4. Gelegentliche Erstverschlimmerung:
    Einige Patienten berichten von einer kurzfristigen Zunahme der Beschwerden nach der ersten Behandlung. Dies wird als Zeichen der Aktivierung der körpereigenen Heilungsmechanismen interpretiert³.
  5. Seltene Nebenwirkungen:
    In seltenen Fällen können Sehnen oder andere Strukturen durch eine zu intensive Behandlung überreizt werden. Dies ist jedoch meist auf eine unsachgemäße Anwendung zurückzuführen⁴.

Kontraindikationen der Stoßwellentherapie

Die Stoßwellentherapie ist nicht für alle Patienten geeignet. Bestimmte Erkrankungen oder Zustände erhöhen das Risiko für unerwünschte Effekte oder schränken die Wirksamkeit der Behandlung ein. Zu den wichtigsten Kontraindikationen zählen:

  1. Blutgerinnungsstörungen:
    Patienten mit Gerinnungsstörungen oder unter gerinnungshemmender Medikation haben ein erhöhtes Risiko für Blutergüsse oder innere Blutungen⁸.
  2. Akute Infektionen im Behandlungsbereich:
    Eine Therapie auf entzündetem oder infiziertem Gewebe kann die Symptome verschlimmern und die Infektion möglicherweise weiter ausbreiten⁶.
  3. Tumore oder bösartige Gewebeveränderungen:
    Stoßwellen könnten das Tumorwachstum stimulieren, weshalb die Therapie bei Krebspatienten nicht angewendet werden sollte⁴.
  4. Epiphysenfugen bei Kindern:
    Bei Kindern oder Jugendlichen, deren Knochenwachstum noch nicht abgeschlossen ist, sollte die Therapie mit Vorsicht angewendet werden, um Wachstumsstörungen zu vermeiden⁶.
  5. Hauterkrankungen oder Wunden:
    Offene Wunden oder Hauterkrankungen im Behandlungsbereich stellen eine Kontraindikation dar, da die mechanischen Reize den Heilungsprozess behindern könnten⁷.

7. Ist eine Stoßwellentherapie schmerzhaft?

Die Frage nach der Schmerzhaftigkeit der Stoßwellentherapie gehört zu den häufigsten Anliegen von Patienten, die sich für diese Behandlung interessieren. Obwohl die Stoßwellentherapie ein intensives Verfahren ist, bei dem mechanische Reize auf das Gewebe einwirken, empfinden die meisten Patienten die Behandlung als gut erträglich. Die Schmerzintensität hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die behandelte Körperregion, der Schweregrad der Erkrankung und die individuelle Schmerzempfindlichkeit.

Frau wird mit Stoßwellen am Becken behandelt

Beschreibung der Schmerzen

  1. Während der Behandlung:
    Manche Patienten berichten während der Stoßwellentherapie von einem intensiven Druck- oder Klopfempfinden an der behandelten Stelle. Dieser Schmerz ist jedoch in der Regel nur vorübergehend und klingt unmittelbar nach der Behandlung wieder ab. Je nach Behandlungsintensität kann das Schmerzempfinden von leicht bis moderat variieren.
  2. Nach der Behandlung:
    Gelegentlich kann es zu einem leichten Nachschmerz oder einem Gefühl von Muskelkater kommen, das einige Stunden bis wenige Tage anhält. Dies ist ein normaler Teil des Heilungsprozesses und deutet darauf hin, dass die Behandlung die gewünschten Reaktionen im Gewebe ausgelöst hat.

Maßnahmen im ZFM zur Schmerzlinderung

Um unseren Patienten die Behandlung so angenehm wie möglich zu gestalten, setzen wir im ZFM – Zentrum für Mobilität in Wien auf eine patientenzentrierte Vorgehensweise und moderne Technologie. Dabei achten wir auf folgende Aspekte:

  1. Individuelle Einstellung der Behandlungsparameter:
    Jeder Patient hat eine unterschiedliche Schmerzempfindlichkeit. Unsere Geräte erlauben eine präzise Anpassung der Stoßwellenintensität und -frequenz, um die Behandlung effektiv und gleichzeitig möglichst schmerzarm zu gestalten.
  2. Schmerzmedikation vorab, allenfalls Infiltration mit Lokalanästhetikum
  3. Kommunikation und Vorbereitung:
    Vor der Behandlung erklären wir unseren Patienten genau, was sie erwartet. Eine gute Vorbereitung und ein offenes Gespräch nehmen oft schon einen großen Teil der Ängste.
  4. Ablenkungstechniken:
    Während der Behandlung bieten wir unseren Patienten Entspannungstechniken oder Gespräche an, um das Schmerzempfinden zu reduzieren.
  5. Pausen bei Bedarf:
    Bei empfindlicheren Patienten legen wir bei Bedarf kurze Pausen ein oder reduzieren die Intensität, um die Behandlung angenehmer zu gestalten.
  6. Lokalisation durch Bildgebung:
    Durch die präzise Lokalisation der Zielregion mithilfe von Ultraschall vermeiden wir unnötige Reizungen umliegender Gewebe.
  7. Nachsorge:
    Nach der Behandlung geben wir unseren Patienten Hinweise, wie sie eventuelle Nachschmerzen minimieren können, z. B. durch Kühlung oder leichte Bewegung.

Warum Schmerzen auftreten und warum sie nicht beunruhigend sind

Die während der Stoßwellentherapie auftretenden Schmerzen sind ein Zeichen dafür, dass die mechanischen Reize die körpereigenen Heilungsprozesse anstoßen. Stoßwellen stimulieren unter anderem die Durchblutung, die Zellregeneration und die Freisetzung von Wachstumsfaktoren. Diese Prozesse können zu vorübergehenden Beschwerden führen, die jedoch ein notwendiger Schritt auf dem Weg zur Heilung sind.
Die meisten Patienten berichten, dass die Schmerzen mit jeder weiteren Sitzung abnehmen, da das Gewebe auf die Therapie anspricht und die Beschwerden insgesamt abklingen.

8. Erstverschlimmerung: Was bedeutet das?

Eine Erstverschlimmerung ist ein häufig beobachtetes Phänomen nach der Stoßwellentherapie und tritt in den ersten Tagen nach der Behandlung auf. Obwohl sie für Patienten manchmal irritierend sein kann, ist sie ein Zeichen dafür, dass die Therapie die gewünschten biologischen Prozesse im Gewebe aktiviert hat. Dieses Wissen hilft, die Angst vor solchen Reaktionen zu nehmen und das Vertrauen in den Heilungsprozess zu stärken.

Was ist eine Erstverschlimmerung?

Eine Erstverschlimmerung beschreibt die vorübergehende Zunahme der Beschwerden nach einer medizinischen Behandlung. Im Kontext der Stoßwellentherapie äußert sie sich typischerweise durch:

  • Verstärkten Schmerz: Patienten empfinden manchmal einen intensiveren Schmerz im behandelten Bereich, der oft mit einem Gefühl von Druck oder Muskelkater vergleichbar ist.
  • Schwellungen oder Rötungen: Diese sind auf die durch Stoßwellen ausgelöste lokale Gewebereaktion zurückzuführen und klingen meist nach wenigen Tagen ab.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit: Manche Patienten berichten, dass sie den betroffenen Bereich vorübergehend weniger belasten können.

Warum kommt es zu einer Erstverschlimmerung?

Die Stoßwellentherapie wirkt, indem sie gezielte mechanische Reize auf das Gewebe ausübt. Diese Reize lösen eine Vielzahl von biologischen Prozessen aus, die für die Heilung entscheidend sind, jedoch zunächst Beschwerden verstärken können:

  1. Lokale Entzündungsreaktion:
    Stoßwellen stimulieren die Durchblutung und aktivieren die Freisetzung von Wachstumsfaktoren wie VEGF. Diese Prozesse führen zu einer kurzfristigen Entzündungsreaktion, die notwendig ist, um den Heilungsprozess einzuleiten.
  2. Zelluläre Aktivierung:
    Die Behandlung regt die Aktivität von Fibroblasten und anderen Zellen an, die für die Regeneration von geschädigtem Gewebe verantwortlich sind. Die damit einhergehende Gewebereaktion kann vorübergehend als Schmerz empfunden werden.
  3. Mechanische Reize:
    Die mechanischen Stoßwellen erzeugen Mikrotraumata im behandelten Gewebe, die eine Neubildung von Gewebestrukturen fördern. Diese Mikroverletzungen können zunächst als verstärkte Beschwerden wahrgenommen werden.

Wie wir im ZFM damit umgehen

Im ZFM – Zentrum für Mobilität in Wien ist es unser Ziel, unseren Patienten sowohl während als auch nach der Behandlung Sicherheit und Unterstützung zu bieten. Um mit einer möglichen Erstverschlimmerung optimal umzugehen, setzen wir auf folgende Maßnahmen:

  1. Gründliche Aufklärung:
    Vor Beginn der Behandlung informieren wir jeden Patienten über die Möglichkeit einer Erstverschlimmerung. Ein Verständnis für die Gründe dieser Reaktion hilft, Ängste zu minimieren und Vertrauen in die Therapie aufzubauen.
  2. Individuelle Nachsorge:
    Wir bieten unseren Patienten nach der Behandlung klare Anweisungen, wie sie die Symptome der Erstverschlimmerung lindern können, z. B. durch:
    • Kühlung der betroffenen Stelle, um Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren.
    • Sanfte Bewegung, um die Durchblutung zu fördern, ohne das Gewebe zu überlasten.
  3. Kontinuierliche Betreuung:
    Bei anhaltenden Beschwerden sind wir jederzeit erreichbar und begleiten unsere Patienten engmaschig. Diese Betreuung stärkt das Vertrauen in den Heilungsverlauf und fördert die Therapieadhärenz.

Warum eine Erstverschlimmerung positiv ist

Obwohl die Zunahme der Beschwerden für Patienten zunächst frustrierend sein kann, sollte sie als positives Zeichen betrachtet werden. Eine Erstverschlimmerung zeigt, dass der Körper auf die Behandlung reagiert und die Heilungsprozesse aktiviert wurden. Studien belegen, dass eine solche Reaktion häufig mit einer besseren langfristigen Verbesserung der Symptome einhergeht.

9. Fazit

Die Stoßwellentherapie hat sich als eine effektive, sichere und vielseitige Behandlungsmethode in der Orthopädie etabliert. Ihre Fähigkeit, natürliche Heilungsprozesse im Körper zu stimulieren, macht sie besonders bei chronischen Schmerzen und Überlastungsbeschwerden zu einer wertvollen Alternative zu invasiven oder medikamentösen Therapien. Obwohl die Therapie manchmal mit leichten Beschwerden wie einer Erstverschlimmerung einhergeht, überwiegen die Vorteile deutlich. Ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept, wie es im ZFM – Zentrum für Mobilität in Wien angeboten wird, stellt sicher, dass Patienten die bestmögliche Versorgung erhalten.

Wichtige Erkenntnisse im Überblick

Quick-Guide: Wichtige Informationen für Patienten

Was ist die Stoßwellentherapie?

  • Eine nicht-invasive Methode, die mechanische Schallwellen nutzt, um Heilungsprozesse anzuregen und Schmerzen zu lindern.

Für wen ist die Therapie geeignet?

Patienten mit chronischen Schmerzen oder Überlastungserkrankungen wie:

  • Hüftschmerzen (Bursitis trochanterica)
  • Sehnenreizungen (Tennisellbogen, Ansatztendinose), Fersensporn
  • Sportverletzungen (Patellaspitzensyndrom, Jumpers Knee)
  • Kalkdepot (Schulterschmerz)


(Je nach Diagnose wird ein Teil der Kosten, von manchen Krankenkassen rückerstattet)

Wie läuft die Therapie ab?

  1. Dauer: 10–30 Minuten pro Sitzung.
  2. Anzahl: 3–6 Sitzungen im wöchentlichen Abstand.
  3. Nach der Behandlung: Sofortige Rückkehr in den Alltag möglich.

Ist die Therapie schmerzhaft?

  • Während der Behandlung kann ein Druck- oder Klopfempfinden auftreten, das individuell angepasst wird. Etwaige Beschwerden klingen schnell ab.

Gibt es Nebenwirkungen?

  • Kurzzeitige Rötungen, Schwellungen oder Muskelkater sind normal und vorübergehend.

Was tun bei einer Erstverschlimmerung?

  • Ursache: Zeichen der aktivierten Heilung.
  • Lösung: Kühlung, sanfte Bewegung und Geduld helfen, die Beschwerden zu lindern.

Wann ist die Therapie ungeeignet?

  • Bei Schwangerschaft, Tumoren, Blutgerinnungsstörungen oder akuten Infektionen.

Ihre Gesundheit im Mittelpunkt

Die Stoßwellentherapie bietet eine gezielte und schonende Möglichkeit, Schmerzen zu lindern und die Heilung nachhaltig zu fördern. Vertrauen Sie auf unser erfahrenes Team im ZFM – Zentrum für Mobilität in Wien, das Sie auf Ihrem Weg zur Besserung professionell begleitet. Mit einer individuellen Behandlung und umfassender Nachsorge sorgen wir dafür, dass Sie sich bei uns in besten Händen wissen.

Quellenverzeichnis:

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