Muskel und Sehnenverletzungen bei Profi- und Freizeitsportlern

Muskel- und Sehnenverletzungen - Bei Profi- und Freizeitsportlern - Frau hält sich das rechte Knie vor Schmerzen
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Unnötiger Zeitverlust in der Abklärung führt oft zur vermeidbaren Chronifizierung

Verletzungen an Muskeln und Sehnen können einerseits akut durch ein direktes Trauma oder eine ungewollte Ausgleichsbewegung entstehen. Dem gegenüber stehen chronische Verletzungen welche durch repetitive Überbelastung, falsches Training, falsche Bewegungsmuster sowie das Verschleppen von akuten oder falsch behandelten Verletzungen verursacht werden.

Natürlich ist es wünschenswert, wenn Sportler durch richtiges Training Muskel und Sehnenverletzungen vorbeugen würden. Jedoch im Alltag sind wir im Zentrum für Mobilität mit meistens chronifizierten Verletzungen konfrontiert. Hier gilt es vor allem durch schnelle adäquate Diagnostik den beginnenden Teufelskreis einer Chronifizierung zu durchbrechen und nicht notwendige Operationen zu vermeiden. Prinzipiell sind Verletzungen an Muskeln und Sehnen eine Domäne der konservativen Behandlung, jedoch bei kompletten Achillessehnen-, Quadricepssehnen, Patellasehnenrissen und der Rotatorenmanschettenruptur ist eine Operation notwendig.

Anamnese und Ultraschalldiagnostik bei Muskel und Sehnenverletzungen im Profi- und Freizeitsport

Der Unfallmechanismus ist der Schlüssel zur Behandlung darum sind eine genaue Anamnese und eine exakte klinische Untersuchung unabdingbar. Um meinen Patienten unnötige Wege und den Verlust wertvoller Zeit zu ersparen, biete ich auch eine Ultraschalldiagnostik an. Diese dient als Wegweiser, ob eine weitere bildgebende Diagnostik, wie Röntgen und Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig ist.

Fußballspielerin hält sich das Knie - Bild vor der Anwendung einer Knorpeltherapie bei Dr. Lang

Vorgehen bei Muskel und Sehnenverletzungen im Sport

Je nach Schweregrad der Verletzung muss die Therapie angepasst werden. Im Akutfall muss die sportliche Betätigung unterbrochen werden und die verletzte Körperregion nach dem altbewährten PECH-Schema (Pause – Eis – Compression – Hochlagerung) behandelt werden. Danach sollte nicht wahllos ein Schmerzmittel eingenommen werden und nach dem Motto „es wird schon wieder“ weitergewurschtelt werden. Dadurch kann der initiale Schaden vergrößert werden und die nachfolgende Behandlung wird erschwert. Nach abgeschlossener Diagnostik empfiehlt es sich das Training zu reduzieren und auf einfache Bewegungen, wie Ergometerfahren, zu reduzieren. Eine Physiotherapie muss entsprechend der Verletzung angepasst werden. Eine Massage kann im Akutstadium zu vermehrter Einblutung in das verletzte Gewebe  und nachfolgend zu Verkalkungen im Bereich der Muskulatur (Myositis ossificans) führen.

Sowohl bei akuten als auch chronischen Verletzungen im Bereich der „Hamstrings“ (Kniebeugemuskulatur) führen Platlet Rich Plasma (PRP) oder Autologes Conditioniertes Plasma (ACP®) zu einer verbesserten Heilung.[1] Ähnliche Resultate wurden auch bei Waden und vorderer Oberschenkelmuskulatur beobachtet. Auch bei Sehnenansatz und Muskelursprungsverletzungen (z.B.: Tennis bzw. Golferellenbogen), die besonders im chronischen Stadium schwer zu therapieren sind, führen die beiden Methoden zu guten Ergebnissen und sind der klassischen Infiltration mit Kortison überlegen.[2] Bei Chronischen Verletzungen im Bereich der Achillessehne,  Glutealmuskulatur, (Hüfte) Sehnen der Rotatorenmanschette an der Schulter sowie auch beim Tennis bzw. Golferellenbogen kann eine Therapie mit Hyaluronsäure und Mannitol (z.B.:Ostenil Tendon®) zu Unterstützung der Heilung führen und hilft die Chronifizierung zu durchbrechen.[3][4]

Physiotherapie und Prävention

Neben der unterstützenden Behandlung empfiehlt sich überlappend dazu eine Physiotherapie durchzuführen. Hierbei kommt es besonders auf die Kommunikation zwischen Arzt, Physiotherapeuten und Patienten an. Darüber hinaus hilft regelmäßiges Dehnen die Heilung zu fördern und weiteren Verletzungen vorzubeugen. Durch meine Ausbildung im Rahmen des FIFA-Diploma in Football Medicine liegt mein Augenmerk neben der Behandlung auch auf der Prävention von weiteren Verletzungen.

Quellen

[1] Bass E. Tendinopathy: why the difference between tendinitis and tendinosis matters. Int J Ther Massage Bodywork. 2012;5(1):14–7.

[2] Cooper, C. (2014). Elbow, Wrist, and Hand Tendinopathies. In Fundamentals of Hand Therapy (pp. 383–393). Elsevier. https://doi.org/10.1016/b978-0-323-09104-6.00028-6

[3] Rees JD, Stride M, Scott A Tendons – time to revisit inflammation Br J Sports Med 2014;48: 1553–1557.

Oliva F, Via AG, Maffulli N. Physiopathology of intratendinous calcific deposition. BMC Med. 2012;10 95-7015-10-95.

[4] Flint JH, Wade AM, Giuliani J, Rue JP. Defining the terms acute and chronic in orthopaedic sports injuries: a systematic review. Am J Sports Med. 2014 Jan;42(1):235–241. doi: 10.1177/0363546513490656. Epub 2013 Jun 7. Review. PubMed PMID: 23749341.

Referenz

Priv. -Doz. Dr. Lang Facharzt für Orthopädie und Traumatologie FIFA Diplom in Football Medicine
Profilbild von Dr. Lang - Facharzt für Orthopädie und Traumatologie
Priv.-Doz, Dr. Nikolaus W. Lang MSc
Facharzt für Orthopädie und Traumatologie
Profilbild von Dr. Lang - Facharzt für Orthopädie und Traumatologie

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