Wahlarzt im ZFM Wien: Dr. Grabner über Diagnostik, Therapie und operative Schwerpunkte

Was Orthopädie und Traumatologie heute leisten kann

Wir freuen uns sehr, Dr. Grabner als Wahlarzt im Zentrum für Mobilität willkommen zu heißen – mit seiner fachlichen Kompetenz und seinem Engagement für eine moderne, patientenorientierte Orthopädie bereichert er unser interdisziplinäres Team nachhaltig.

Im folgenden Interview gibt er Einblick in seinen beruflichen Werdegang, seine Schwerpunkte und seinen Anspruch an eine individuelle, hochwertige Patientenbetreuung.

Herr Dr. Grabner, Sie sind Facharzt für Orthopädie und Traumatologie. Was umfasst dieses Fachgebiet eigentlich?

Die Orthopädie und Traumatologie beschäftigten sich mit dem gesamten Bewegungsapparat – also mit Knochen, Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Beweglichkeit wiederherzustellen und langfristig Lebensqualität zu sichern.

Dabei reicht mein Spektrum von konservativen Therapien – wie Infiltrationen, Stoßwellentherapie oder moderner Knorpelbehandlung – bis hin zu operativen Eingriffen, wie arthroskopischen Operationen an Knie und Schulter oder dem Einsatz von Hüftendoprothesen.

Mir ist wichtig, für jede Patientin und jeden Patienten die individuell passende Lösung zu finden – nicht jede Beschwerde muss operiert werden, aber wenn eine Operation sinnvoll ist, sollte sie präzise und auf höchstem fachlichem Niveau erfolgen.

Warum haben Sie sich für die Orthopädie und Traumatologie entschieden?

Mich fasziniert an diesem Fach besonders die Kombination aus präziser Diagnostik, konservativer Therapie und operativer Technik.

Wir können mit modernen Verfahren sehr gezielt behandeln – sei es durch regenerative Maßnahmen wie Knorpeltherapien oder durch minimalinvasive Operationstechniken. Meine Ausbildung habe ich in renommierten Kliniken wie dem Orthopädischen Spital Speising als auch dem größten Unfallkrankenhaus Europas (Traumazentrum Wien) absolviert.

Die Verbindung aus medizinischer Wissenschaft, handwerklicher Präzision und nachhaltiger Verbesserung der Lebensqualität hat mich von Beginn an begeistert.

Wo liegen Ihre fachlichen Schwerpunkte?

Ein besonderer Schwerpunkt meiner Tätigkeit liegt in der Knorpeltherapie. Gelenkknorpel besitzt nur eine eingeschränkte Regenerationsfähigkeit, weshalb eine frühzeitige und gezielte Behandlung entscheidend ist. Hier kommen moderne regenerative Verfahren ebenso zum Einsatz wie individuell abgestimmte Therapiekonzepte zur Verlangsamung degenerativer Prozesse.

Ein weiterer konservativer Schwerpunkt ist die Stoßwellentherapie, die sich insbesondere bei Sehnenansatzbeschwerden bewährt hat. Sie ermöglicht eine effektive Behandlung ohne operativen Eingriff.

Im operativen Bereich liegt mein Fokus auf einem breiten Spektrum moderner, evidenzbasierter Verfahren. Dazu zählen:

 Sollte eine operative Therapie notwendig sein, begleite ich meine Patienten von der Diagnosestellung bis zur Nachbehandlung – die Operation führe ich gerne in einem Wiener Privatspital durch.

Warum haben Sie gerade diese operativen Eingriffe als Spezialisierung gewählt – und was fasziniert Sie daran besonders?

Mich interessiert an der operativen Orthopädie vor allem die Kombination aus präziser Technik, klarer Indikationsstellung und spürbarem funktionellem Gewinn für die Patientinnen und Patienten. Die von mir gewählten Schwerpunkte vereinen genau diese Aspekte.

Bei der Hüftendoprothetik beeindruckt mich besonders, wie rasch sich Schmerz und Funktion verbessern lassen. Für den Körper stellt der Eingriff zweifellos eine größere Operation dar – für uns Orthopädinnen und Orthopäden ist es jedoch ein standardisiertes, strukturiertes Vorgehen mit klar definierten Abläufen. Gerade diese Standardisierung ermöglicht ein hohes Maß an Sicherheit und Qualität.

Die Patientinnen und Patienten werden bereits am Operationstag mobilisiert. Dabei geht es nicht darum, sofort weite Strecken zurückzulegen, sondern ein sicheres Gefühl zu entwickeln und Vertrauen in das neue Gelenk zu gewinnen. Die Prothese wird gewissermaßen zu einem „Werkzeug“, das neue Bewegungsfreude ermöglicht – und häufig wird die zuvor belastende Schmerzsymptomatik rasch zur Vergangenheit.

Bei arthroskopischen Eingriffen an Knie und Schulter fasziniert mich besonders der technische Fortschritt. Über minimalinvasive Zugänge von nur wenigen Millimetern können Meniskusläsionen versorgt oder Rotatorenmanschetten rekonstruiert werden. Diese Präzision bei gleichzeitig geringer Gewebetraumatisierung führt zu kurzen Spitalsaufenthalten – teils tagesklinisch – sowie zu einer raschen Genesung und frühen Mobilisierung. Die Möglichkeit, komplexe Strukturen mit höchster Genauigkeit minimalinvasiv zu behandeln, ist medizinisch wie technisch gleichermaßen anspruchsvoll und spannend.

Auch bei handchirurgischen Eingriffen, etwa beim Karpaltunnelsyndrom oder bei Ringbandstenosen (schnellender Finger), zeigt sich, wie effektiv gezielte operative Maßnahmen sein können. Diese Eingriffe erfolgen in der Regel in Lokalanästhesie, dauern meist nur wenige Minuten und beheben unmittelbar das zugrunde liegende mechanische Problem. Sie können tagesklinisch durchgeführt werden; bereits am nächsten Tag erfolgt der Verbandwechsel in der Ordination, häufig bleibt lediglich ein kleiner Pflasterverband zurück. Nach etwa zwei bis vier Wochen sind die Patientinnen und Patienten wieder voll belastbar und profitieren von freier, schmerzreduzierter Beweglichkeit.
Hier gilt: Kleiner Eingriff – große Wirkung.

Ergänzend dazu nehmen auch unfallchirurgische Eingriffe einen wichtigen Stellenwert in meinem operativen Spektrum ein – etwa die Rekonstruktion von Achillessehnen- oder Bizepssehnenrupturen sowie die moderne Frakturversorgung.

Gerade die Versorgung von Knochenbrüchen bereitet mir große fachliche Freude. Sie erfordert ein präzises Verständnis der Anatomie, räumliches Denken und ein strukturiertes operatives Vorgehen. Es ist jedes Mal aufs Neue eine anspruchsvolle Aufgabe, die einzelnen Fragmente wieder exakt in ihre ursprüngliche Position zu bringen und die natürliche Kontinuität des Knochens wiederherzustellen.

Wie verlief Ihr beruflicher Ausbildungsweg?

Bereits während meines Studiums war ich als Dauerfamulant im Traumazentrum Wien Meidling tätig und konnte dort kontinuierlich wertvolle praktische Erfahrung sammeln. Die unmittelbare Einbindung in den klinischen Alltag – insbesondere in die unfallchirurgische Versorgung – hat mir früh ein realistisches Bild des Fachgebiets vermittelt und den Grundstein für meine spätere Spezialisierung in Orthopädie und Traumatologie gelegt.

Im Rahmen meines klinisch-praktischen Jahres absolvierte ich zudem einen mehrmonatigen Ausbildungsabschnitt an einer orthopädischen Klinik in Aarau in der Schweiz. Diese Zeit hat meine Entscheidung für das Fach weiter gefestigt und vertieft. Besonders bereichernd war es, neben der operativen Tätigkeit auch ein anderes Gesundheitssystem kennenzulernen – mit seinen strukturellen Besonderheiten, organisatorischen Abläufen und einem klar definierten Qualitätsanspruch in der Patientenversorgung.

Meine Facharztausbildung absolvierte ich anschließend im Traumazentrum Wien Meidling unter der Leitung von Prim. Prof. Fialka. Dort steht insbesondere die Versorgung von Schwerverletzten im Vordergrund. Die strukturierte interdisziplinäre Zusammenarbeit und das Management komplexer Verletzungsmuster haben meine chirurgische Ausbildung wesentlich geprägt. Neben der Akutversorgung umfasste meine Tätigkeit die operative Frakturversorgung, Sehnenrekonstruktionen sowie arthroskopische Eingriffe an großen Gelenken.

Ein weiterer prägender Abschnitt meiner Ausbildung war das Orthopädische Spital Speising. Im Rahmen strukturierter Rotationen durchlief ich sämtliche Abteilungen – von der Sportorthopädie über die Endoprothetik-Spezialabteilung, die Kinder- und Jugendorthopädie sowie die konservative Orthopädie bis hin zur Wirbelsäulenabteilung.

Nahezu ein gesamtes Jahr verbrachte ich an der Endoprothetik-Abteilung unter der Leitung von Prim. Prof. Dominkus. In dieser Zeit konnte ich meine operative Expertise im Bereich des Gelenkersatzes, vor allem Hüftendoprothetik weiter vertiefen und ein differenziertes Verständnis für Indikationsstellung, Implantatauswahl und perioperatives Management entwickeln.

Diese breit gefächerte Ausbildung – von der Akuttraumatologie über rekonstruktive Verfahren bis hin zur spezialisierten Endoprothetik – bilden heute die Grundlage meiner täglichen klinischen Tätigkeit.

Was ist Ihnen im Umgang mit Ihren Patientinnen und Patienten besonders wichtig?

Eine verständliche Aufklärung und eine gemeinsame Entscheidungsfindung stehen für mich im Mittelpunkt. Medizinische Therapie sollte nachvollziehbar sein – nur wer seine Diagnose und die Behandlungsoptionen versteht, kann sich gut aufgehoben fühlen.

Ich nehme mir Zeit für eine sorgfältige klinische Untersuchung und bespreche alle therapeutischen Möglichkeiten – von konservativen Maßnahmen bis zu operativen Optionen. Mein Ziel ist es, eine langfristige Lösung zu finden, die zur Lebenssituation der jeweiligen Patientin oder des Patienten passt.

Sie sind nun im Facharztzentrum als Wahlarzt tätig. Welche Vorteile bietet das Ihren Patientinnen und Patienten?

Als Wahlarzt kann ich mir ausreichend Zeit für Diagnostik, Beratung und individuelle Therapieplanung nehmen. Gleichzeitig profitieren meine Patientinnen und Patienten von der interdisziplinären Infrastruktur eines modernen Facharztzentrums.

Kurze Wege, kollegialer Austausch und eine strukturierte Organisation ermöglichen eine qualitativ hochwertige Betreuung – sowohl konservativ als auch operativ.

Was möchten Sie Ihren zukünftigen Patientinnen und Patienten mit auf den Weg geben?

Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sollten nicht als unvermeidbarer Teil des Alltags und Älterwerdens akzeptiert werden. Die moderne Orthopädie bietet heute viele effektive Möglichkeiten – oft auch ohne Operation.

Eine frühzeitige Abklärung verbessert die Prognose deutlich. Mein Anspruch ist es, Sie kompetent, transparent und individuell auf Ihrem Weg zu mehr Beweglichkeit und Lebensqualität zu begleiten.