Posttraumatische Zustände: Was passiert nach einer Fraktur?

Posttraumatische Zustände - Was passiert nach einer Fraktur - Läuferin hält sich das rechte Knie vor Schmerzen
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Priv.-Doz. Dr. Nikolaus Lang über posttraumatische Arthritis und Endoprothetik bei Hüft- und Knieverletzungen

Hauptthema des orthopädischen Facharztes sind Prävention von Verletzungen, Schmerztherapie und Behandlung von Pathologien des Bewegungsapparats. Doch was kann ein Facharzt für Sie tun, wenn eine Fraktur (Knochenbruch) passiert ist? Die Erfahrung zeigt: Die Tage und Wochen nach einer Verletzung sind entscheidend. Priv.-Doz. Dr. Nikolaus Lang, MSc ist unser Spezialist im ZFM für posttraumatische Zustände.

Eine akute Verletzung wie ein Bruch ist nicht nur ein physisches, sondern auch ein enormes psychisches Trauma. Im Stress des Geschehens und der Akutversorgung in der Notaufnahme bzw. Intensivstation sind viele Betroffene zunächst mit ihrer Lage überfordert. Umso wichtiger ist es, dass Patienten einen guten Facharzt kennen, an den sie sich in einem solchen Notfall wenden können und der ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Ich freue mich, dass ich Ihnen nun ZFM mit meiner internationalen Erfahrung in der posttraumatischen Behandlung zur Verfügung stehen kann.

Langzeitfolgen vermeiden mit der richtigen Nachsorge

Denn nach der Erstversorgung gilt es, die Möglichkeiten und Therapieformen in der posttraumatischen Phase genau zu erwägen, die in jedem Fall individuell sehr verschieden sein können. In meiner langjährigen Tätigkeit in der Orthopädie und Unfallchirurgie am AKH Wien konnte ich viel praktischen Einblick in eine große Bandbreite an Verletzungen und die modernsten chirurgischen Techniken und Behandlungsmethoden gewinnen. Die optimale Behandlung und Nachsorge sind wesentliche Faktoren, um Langzeitschäden mit oft lebenslangen Schmerzen bzw. Bewegungseinschränkung zu vermindern oder im Idealfall ganz zu vermeiden.

Exakte Anamnese, gründliche klinische Untersuchung sowie Verständnis für die individuellen Bedürfnisse des Patienten bilden die Basis für den Therapieerfolg!

Als Beispiele für mein umfangreiches Leistungs- und Therapiespektrum beschreibe ich in der Folge einige der aktuellsten medizinischen Möglichkeiten, von denen Sie im ZFM nach einer Bruchverletzung profitieren können.

Dr. Lang betrachtet ein Röntgenbild einer Hüfte, vor ihm sitzt eine Patientin die sich die rechte Hüfte vor Schmerzen hält

Endoprothetik bei Hüft- und Knieverletzungen

Als Endoprothetik wird ein chirurgischer Eingriff zur Wiederherstellung der Funktion eines Gelenks bezeichnet. Das betroffene Gelenk kann entweder durch spezielle chirurgische Methoden wiederhergestellt werden oder ein künstliches Gelenk (Prothese) wird eingesetzt.

Arthrose oder eine andere degenerative Gelenkerkrankung haben einen Verlust des Knorpels oder Kissens in einem Gelenk zur Folge und zählen zu den häufigsten Indikationen für eine Endoprothetik.

Nach einer Endoprothetik erleben Patienten im Allgemeinen eine wesentliche Verbesserung ihrer Gelenkschmerzen und erlangen ihre Fähigkeit zur Ausübung von Aktivitäten und ihre Lebensqualität wieder zurück.

Wann wird eine Endoprothetik empfohlen?

Eine Endoprothetik kann zum Thema werden, wenn konservative medizinische Behandlungen eine Knorpel- bzw. Knochendegeneration und die damit einhergehenden Schmerzen nicht mehr wirksam lindern. Dies ist jedoch erst dann der Fall, wenn alle nicht invasiven Methoden wie Physiotherapie und Schmerztherapie ausgeschöpft wurden. Konservative medizinische Behandlungen, die vor der Endoprothetik angewendet werden können, umfassen

Im ZFM können wir Patienten auch ein breites Spektrum an hoch wirksamer Regenerativer Medizin anbieten, wie

Doch in manchen Fällen ist der Knochen bzw. Knorpel bereits so stark vorgeschädigt, dass die genannten Therapien keine Besserung mehr erwarten lassen. Eine Endoprothetik kann auch nach einem schweren Trauma, beispielsweise einem Unfall oder Sturz, erforderlich werden, zum Beispiel nach

Dr. Lang bei einer minimalinvasiven Operation im OP Saal

Gelenkersatz ist nicht so dramatisch, wie es sich anhört. In den meisten Fällen muss der Chirurg nur einen kleinen Teil des Gelenks entfernen und ersetzen, was als partieller Gelenkersatz bezeichnet wird. Heutzutage sind die meisten Endoprothetikverfahren minimal invasiv, was bedeutet, dass nur wenige kleine Schnitte erforderlich sind, um beschädigte Gelenkmaterialien zu entfernen und zu ersetzen.

Arten des Gelenkersatzes

Die moderne Endoprothetik arbeitet mit Ersatzprothesen. Beispielsweise werden während einer Hüftgelenksersatzoperation das Acetabulum oder die Hüftpfanne und der Kopf des Femurs entfernt und durch Metallrepliken ersetzt. Ersatzverbindungen bestehen normalerweise aus einer Keramikmischung mit Aluminiumoxid, Zirkonoxid und Titan. Die Mischung ahmt das Gewicht und die Steifheit des Knochens nach und minimiert dabei das Risiko einer allergischen Reaktion, die dazu führen könnte, dass der Körper die Prothese ablehnt. Im Gegensatz dazu werden bei der Knorpelprothetik gern und erfolgreich körpereigene Transplantate verwendet, beispielsweise bei der Microfrakturierung, der Restrukturierung der Kollagenmatrix, der Knorpelzelltransplantation und Knorpelrefixation.

Jedes Gelenk besteht aus verschiedenen Teilen. In einer partiellen Endoprothetik wird Ihr Arzt nur die betroffenen Teile entfernen und ersetzen. In manchen Fällen ist es jedoch besser, das Gelenk komplett zu ersetzen, um die Notwendigkeit zukünftiger Operationen zu verringern.

Abhängig von Ihrem spezifischen Gesundheitszustand können wie bei jeder Operation Risiken bestehen. Besprechen Sie alle Bedenken vor dem Eingriff mit Ihrem Arzt!

3D Bild eines künstlichen Hüftgelenks eingebaut in der rechten Hüfte

Rehabilitation nach der Operation

Eine Endoprothetik erfordert zumeist einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt.

Es ist wichtig, das neue Gelenk nach der Operation zu bewegen. Ein Physiotherapeut wird sich kurz nach Ihrer Operation mit Ihnen treffen und ein Rehabilitationsprogramm für Sie planen. Ihre Schmerzen werden mit Medikamenten kontrolliert, sodass Sie am Übungsprogramm teilnehmen können. Sie erhalten einen Trainingsplan, den Sie sowohl im Krankenhaus als auch nach der Entlassung befolgen sollten.

In der Folge werden Sie nach Hause oder in ein Rehabilitationszentrum entlassen. In beiden Fällen wird Ihr Arzt die Fortsetzung der Physiotherapie veranlassen, bis Sie Ihre Muskelkraft und Bewegungsfreiheit wiedererlangt haben.

Posttraumatische Arthritis: Wenn der Verletzung die Krankheit folgt

In meiner Tätigkeit als Unfallchirurg war ich mit einer Vielzahl an schweren Verletzungen (Traumata) konfrontiert – von Sportverletzungen bis zu Autounfällen, Arbeitsunfällen etc. Ein besonders forderndes Kapitel in diesem Zusammenhang ist die Kindertraumatologie, mit der ich mich intensiv beschäftigt habe.

Der Bewegungsapparat des Menschen ist laufend schweren Belastungen ausgesetzt und kann im Verlauf der Jahre oder eben durch Unfälle geschädigt werden: Sehnen, Bänder, Meniskus, Knorpel, Weichteile und Knochen können akut von Rissen oder Brüchen betroffen sein. Doch solchen akuten Verletzungen folgen oft durch ein Übergehen der Schmerzen, Vernachlässigung, Überlastung und erbliche Disposition eine Abnutzung und in der Folge ein entzündliches Geschehen, genannt Arthritis. Diese geht nach einiger Zeit oft in eine Arthrose über, die eine irreversible Schädigung des Knochens bezeichnet.

Wie die posttraumatische Arthritis entsteht

Posttraumatische Arthritis (PTA) geht mit erheblichen körperlichen Beeinträchtigungen und Funktionsverlust einher. Die Entwicklung einer PTA tritt häufig nach einer Gelenkfraktur auf. Die komplexen Zusammenhänge im Körper, die an der Entwicklung und dem Fortschreiten der PTA nach einer Gelenkverletzung beteiligt sind, sind jedoch noch immer weitgehend unbekannt.[1] Die jüngere medizinische Forschung hat sogar festgestellt, dass Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und rheumatoide Arthritis (RA) miteinander in Zusammenhang stehen.[2]

Jede Gelenkverletzung im Verlauf eines Lebens kann schließlich zu posttraumatischer Arthrose (PTOA) führen. Oft sind Knochenmarködeme ein Anzeichen, das keinesfalls verschleppt werden darf!

Häufige Ursachen sind:

Verletzungen beschädigen den Knorpel oder Knochen und können die Mechanik des Gelenks verändern. Diese Veränderungen führen wiederum dazu, dass sich das Gelenk schneller abnutzt, insbesondere wenn das Gelenk im Lauf der Zeit zusätzlich belastet wird. Aus diesem Grund tritt PTOA bei jüngeren Patienten häufiger auf als die typische Arthrose.

Schaubild einer gesunden Hand und einer Hand mit arthritischen Gelenken

Symptome einer posttraumatischen Arthritis

Wenn Sie Schmerzen und Schwellungen in einem Gelenk entwickeln, das Sie zuvor – oft schon vor Jahren – verletzt haben, leiden Sie möglicherweise an einer posttraumatischen Arthritis. Selbst Verletzungen, die sofort behandelt wurden, können Jahre später wieder aufflammen und dazu führen, dass sich ein Gelenk schneller abnutzt. Bei Schmerzen sollten Sie immer unverzüglich einen Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen, der in einer ausführlichen Anamnese die Symptome beurteilen wird.

Von einem Zuwarten und Verschleppen der Symptome, beispielsweise durch nicht vom Arzt verordnete Schmerzmittel, ist dringend abzuraten!

Die Gelenkentzündung kann bleibende Schäden verursachen, die nur noch operativ behoben werden können.

 

Häufige Anzeichen und Symptome sind:

Wenn Sie feststellen, dass Sie eine geringere Toleranz für eine Belastung bestimmter Gelenke haben, machen Sie bitte zur Sicherheit einen Check bei Ihrem Arzt. Beispielsweise kann eine posttraumatische Arthritis in den Händen das Tippen oder Klavierspielen schwieriger machen. Es kann also eine ungewöhnliche Schwäche bei solchen verhältnismäßig leichten Tätigkeiten bereits ein Hinweis auf eine solche Erkrankung sein, bevor Schmerzen auftreten.

Diagnose einer PTOA

Bei der ersten Konsultation ist es mir wichtig, in Ruhe Ihre Symptome und Ihre Krankengeschichte mit Ihnen zu besprechen, um ein besseres Gefühl für das Problem zu bekommen. Ich werde Ihnen viele Fragen stellen, bevor es zu weiterführenden Untersuchungen kommt:

In der Folge wird eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt. In der Regel werden Röntgenaufnahmen oder ein MRT angeordnet, um die Gesundheit Ihres Gelenks auch anhand von bildgebenden Verfahren zu beurteilen. Auch eine Blutuntersuchung kann wertvollen Aufschluss geben.

Ihre Behandlungsmöglichkeiten

Zunächst gilt es abzuklären, welche konservativen Methoden bereits ausgeschöpft wurden und ob wir im ZFM in dieser Hinsicht noch weitere Mittel an der Hand haben. Das ZFM bietet eine große Bandbreite an Regenerativer Medizin, wie bereits weiter oben angeführt. Diese wird erfolgreich zur Linderung von Symptomen und zur Wiederherstellung der Gelenkgesundheit eingesetzt. Auch Physiotherapieübungen sind empfehlenswert, um die Muskeln um das betroffene Gelenk zu stärken.

Header Bild - Physiotherapie im Zentrum für Mobilität in Wien - Mit einem Mann der ein Gummiband mit beiden Armen vor der Brust spannt

Wenn Sie aufgrund einer früheren Verletzung an posttraumatischer Arthrose leiden, ist ein Gelenk(-teil)ersatz oft die letzte Möglichkeit, um die Gelenkgesundheit vollständig wiederherzustellen.

Da jeder Patient in seinem Alltag, seinen Bedürfnissen und in seinem Krankheitsbild individuell sehr verschieden ist, werden wir gemeinsam den für Sie idealen Weg zu einer schmerzfreien Lebensqualität finden.

Fazit

"Posttraumatische Arthritis ist eine fortschreitende Erkrankung. Symptome wie Schmerzen und Schwellungen werden in der Regel schlimmer, wenn Sie keine Behandlung in Anspruch nehmen. Das kann im Fall von Knochenmarködemen und Arthrose bis zur Knochennekrose und einem Totalverlust des Gelenks führen. Wenn Sie aufgrund einer früheren Verletzung an Schmerzen oder Schwäche in einem Gelenk leiden, zögern Sie bitte nicht und suchen Sie einen Arzt Ihres Vertrauens auf. Gemeinsam werden wir eine Lösung finden, um die Gesundheit und die Funktion Ihrer Gelenke wiederherzustellen!"
Profilbild von Dr. Lang - Facharzt für Orthopädie und Traumatologie
Priv.-Doz. Dr. Nikolaus Lang
Facharzt für Orthopädie und Traumatologie

Quellen

[1] Siehe z. B. Lewis JS Jr, Mangiapani DS, Furman BD, Kraus VB, Guilak F, Olson SA. Post-traumatic Arthritis: An Update. The Duke Orthop J 2013;3 (1): 32–35.

[2] Siehe z. B. Boscarino, J.A., Forsberg, C.W., & Goldberg, J. (2010). A twin study of the association between PTSD symptoms and rheumatoid arthritis. Psychosomatic Medicine, 72, 481–486.

Profilbild von Dr. Lang - Facharzt für Orthopädie und Traumatologie

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